Gesunde Arbeit

Gesündere Arbeitsbedingungen schaffen

Rundes Symbol mit hockendem Bauarbeiter. Rücken und Knie sind grün gefärbt, um die korrekte Körperhaltung zu unterstreichen.

Lang andauernde, einseitige Bewegungen belasten den Körper. Digitale Hilfsmittel können aufzeigen, wann ein Ausgleich oder eine bessere Körperhaltung nötig ist. Quincy entwickelt Standards für gute Arbeitsbedingungen auf Baustellen und lässt sie in das smarte Lern- und Assistenzsystem einfließen. So lassen sich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sicherstellen sowie Wohlbefinden und Zufriedenheit der Arbeiter steigern.

Standards für gute Arbeitsbedingungen auf Baustellen

Mit Bewegungssensoren Erkrankungen wie Rückenschmerzen vorbeugen? Diese Möglichkeit wird zum Beispiel schon in der Ausbildung von Gesundheitspersonal erprobt. Das Projekt Quincy will dies auch auf Baustellen ermöglichen. 

 

Bei der Entwicklung des innovativen Lern- und Assistenzsystems legt Quincy Wert auf eine humanzentrierte Arbeitsgestaltung. Neben der wirtschaftlichen Prozessoptimierung ist das Wohlergehen der beteiligten Menschen zentrales Anliegen des Projekts. Auf Großbaustellen wie denen von Solarparks ist es bisher schwer, die Einhaltung von Arbeitsstandards systematisch zu überwachen. Die sensor-unterstützte Tätigkeitserkennung macht es nun nicht nur möglich zu erkennen, ob die Arbeit fachlich korrekt ausgeführt wird, sondern auch, ob sie ergonomisch richtig ausgeführt wird. Sensor-unterstütztes Arbeiten kann Standards für die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz an jedem Ort und zu jeder Zeit zur Geltung bringen.

Gesundheits- und Sicherheitsrisiken identifizieren und durch flexible Arbeitsgestaltung vorbeugen

Ein Bauarbeiter hebt ein großes Solarpaneel an. Die Körperhaltung wirkt nicht rückenfreundlich.

Heikel: Ein Solarpaneel sollte man nie allein tragen, sondern stets zu zweit. Foto: anatoliy_gleb

Die arbeitswissenschaftliche Forschung in Quincy berücksichtigt, welche Bewegungsmuster bei der Montage von Photovoltaik-Freiflächenanlagen in ergonomischer Hinsicht kritisch sein können. Auf dieser Grundlage untersuchen wir, wie man mit sensor-unterstützten Daten gesundheitlich bedenkliche Ausführungen und Abfolgen von Tätigkeiten möglichst effizient erkennen kann. Dies geschieht durch die experimentelle Anwendung spezieller Sensorik und eigens entwickelter Software zur Datenauswertung. 

 

Die Ergebnisse fließen in die Gestaltung der Arbeitsabläufe ein, wie sie in der Lernplattform und dem Assistenzsystem definiert werden. So wird das Konzept zur Prozessoptimierung und zur Qualifizierung systematisch um arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse angereichert. Das heißt: Die Art, Intensität und Abfolge von Tätigkeiten für die einzelne Arbeitskraft können unter ergonomischen Gesichtspunkten so flexibel ausgestaltet werden, dass Gesundheits- und Sicherheitsrisiken minimiert werden.

Wohlbefinden und Arbeitszufriedenheit nachweislich steigern

Ergonomische Standards für die Arbeit auf Baustellen werden bei Quincy nicht nur definiert, sondern auch systematisch im Qualifizierungskonzept berücksichtigt und in die Arbeitsprozesse integriert. In der praktischen Anwendung kann dies zu einer verbesserten Arbeitsausführung und einer Reduktion arbeitsbedingter Muskel- und Skeletterkrankungen führen. In einem bislang schwer kontrollierbaren Arbeitsbereich wie der Arbeit auf Großbaustellen können erstmals umfassende Daten zur tatsächlichen Ausführung von Tätigkeiten gewonnen werden. Diese Daten können wiederum verwendet werden, um Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit in einer bislang nicht dagewesenen Form zu gewährleisten. Damit eröffnen sich weitreichende Perspektiven, das Wohlbefinden und die Arbeitszufriedenheit auf Baustellen nachweislich zu steigern.

Logo des IÖWs
Logo der Uni Kassel
Logo August-Wilhelm Scheer Institut Digital Research
Logo von Meiser Solar
Funded in the “Future of Work” program by the Federal Ministry of Research, Technology and Space and the European Union through "ESF Plus".
With funding from the German Federal Ministry of Research, Technology and Space
Co-funded by the European Union

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